Blepharospasmus

Der Blepharospasmus stellt eine der häufigsten Indikationen für den Einsatz des Botulinumtoxins dar. Er imponiert meist als unwillkürlicher, intermittierend kräftiger Lidschluss. Daneben kann der tonische Blepharospasmus und der Lidöffnungs-Inhibitions-Typ (Lidapraxie) abgegrenzt werden. Die Störung kann zu einer funktionellen Blindheit führen.

Vor der Einführung des Toxins standen wenig hilfreiche (Hypnose, Biofeedback, Akupunktur, Physiotherapie) und stellenweise sehr belastenden Therapiemaßnahmen (u.a. Operation) zur Verfügung. Die medikamentöse Therapie mit Anticholinergika, Baclofen und Benzodiazepinen führte nur bei einem Teil der Patienten zu einem Erfolg, der häufig auch nur wenige Monate anhielt. Die Ergebnisse mit Injektionen von Botulinumtoxin sind bedeutend besser (gute Besserung in mehr als 90% der behandelten Fälle) und die Behandlung mit Botulinumtoxin gilt international inzwischen als Therapie der Wahl.

Bewährt hat sich ein standardisiertes Schema mit subkutanen Injektionen am medialen und lateralen Rand des Oberlids sowie an einer bis zwei Stellen des Unterlids. Eine Injektion in der Mitte des Oberlides sollte vermieden werden, da hieraus eine Ptose aufgrund der Parese des M. levator palpebrae superior resultieren kann. Mit systemischen Nebenwirkungen ist bei der üblichen Injektionsmenge nicht zu rechnen. Mögliche unerwünschte Wirkungen sind vor allem ein lokales Hämatom, eine Ptose (im eigenen Kollektiv deutlich unter 10%), eine Keratokonjunktivitis, eine Diplopie, ein unvollständiger Lidschluss und ein vermehrter Tränenfluß.